Blech-Versetzungszeichen

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Ingo
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Blech-Versetzungszeichen

Beitrag von Ingo »

Auch mit verschiedenen Notensystem- und Transpositionseinstellungen (diatonisch und chromatisch) gelingt es mir nicht, eine korrekte Darstellung der Versetzungszeichen in vorzeichenlosen Blechstimmen zu erreichen: notwendige Zeichen fehlen, dafür erscheinen völlig überflüssige Auflöser. Ich habe das bisher immer händisch korrigiert, was den Arbeitsfluß sehr behindert. Ich weiß, daß es dafür ein Plug-In gibt, aber es kann doch nicht sein, daß Finale das nicht automatisch richtig macht? Was mache ich bloß falsch?
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Ulrich Roski

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rennert
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Beitrag von rennert »

Gibst Du direkt in ein bereits chromatisch transponierendes System ein oder geht es um nachträgliches Ändern der Einstellung?
Uli Rennert
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Ingo
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Transposition

Beitrag von Ingo »

Die Transposition des Notensystems ist chromatisch eingestellt.
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Ulrich Roski

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Tausig
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Beitrag von Tausig »

So geht's meines Wissens:
Fürs Hornsystem
1. normale, nicht chromatische, Transposition wählen, fürs F-Horn also F;
2. Notensystemattribut "Unabhängige Elemente: Tonartvorzeichen" anwählen;
3. Tonart auf die jeweilige Stimmung einstellen, für ein F-Horn also auf F-dur, dabei "Originaltonhöhe beibehalten: chromatisch" wählen.
Nun wird brav das Horn ohne Tonartvorzeichnung, aber mit allen nötigen und ohne überflüssige Vorzeichen im Notentext angezeigt.
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rennert
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Beitrag von rennert »

Aber: eine chromatische Transposition sollte da doch eigentlich genügen oder? Wozu die Umwege?
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Tausig
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Beitrag von Tausig »

Die chromatische Transposition zeigt immer noch die ursprüngliche Tonartvorzeichnung an.
Beispiel: Grundtonart der Partitur D-dur, Hornstimme erhält chromatische Transposition F. Nun wird zwar das F-Horn in richtiger Transponierung angezeigt, aber es stehen immer noch die D-dur-Vorzeichen in der Hornstimme. Die Anzeige der Vorzeichnung kann man in den Systemattributen zwar ausschalten, aber dann erhalten fis und cis im Notentext nicht automatisch ein Kreuz, man sieht also ein c, wo ein cis gemeint ist.
So jedenfalls funktioniert's bei mir sowohl in 2005 als auch mit dem 2009-Demo. Mache ich etwas falsch?
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Peter S.
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Beitrag von Peter S. »

Ich mache es so wie Du, Tausig.
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rennert
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Beitrag von rennert »

Ah, ich verstehe! Habe die chromatische Transponierung nie mit einer dezidierten Tonart verwendet, sondern nur in Zusammenhängen ohne Generalvorzeichen.
Uli Rennert
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Ingo
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Blech-Versetzungszeichen

Beitrag von Ingo »

Danke Euch allen, werde das nächste Mal nach Tausigs Prozedur vorgehen. Befriedigend finde ich das nicht, da vorzeichenloses transponierendes Blech doch die übliche Notation ist, was nicht solche Umstände machen dürfte. Bei F, B, D und A müßte man ja eigentlich noch mit diatonischer Transposition auskommen, in Es-Stimmen geht's schon nicht mehr. Was sich die Programmierer dabei gedacht haben, verstehe ich nicht …
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Thomas Hauber
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Re: Blech-Versetzungszeichen

Beitrag von Thomas Hauber »

Ingo hat geschrieben:... da vorzeichenloses transponierendes Blech doch die übliche Notation ist...
Nein, üblich ist das HEUTE nicht mehr, aber es ist überhaupt nicht ungewöhnlich. Trompeter und Hornisten wollen es heutzutage eher mit Generalvorzeichnung notiert haben.

Aber ich gebe euch allen natürlich recht, dass das vorzeichenlose Notieren bei gleichzeitiger Transposition viel zu kompliziert ist. Wie wäre es mit einem PlugIn, welches ein Notensystem mit Generalvorzeichnung (egal ob in C oder transponiert) einfach in eines ohne und mit Vorzeichen vor den Noten verwandelt? Das kann doch überhaupt nicht schwierig sein.

Aber das sind ja schon wieder Wünsche für Finale 2017 und da ist nun eigentlich gar nicht mehr so weit hin!!! :wink:
Thomas
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Re: Blech-Versetzungszeichen

Beitrag von Peter S. »

Thomas Hauber hat geschrieben:Trompeter und Hornisten wollen es heutzutage eher mit Generalvorzeichnung notiert haben.
Das ist eine Beobachtung, die ich ganz und gar nicht bestätigen kann. Hier in Wien wird von meinen Kollegen auf die amerikanische Art der Hornstimmen (F-Stimmen mit Generalvorzeichnung) nur geschimpft.

Lg
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Tausig
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Beitrag von Tausig »

Peter S., kannst du eine Erklärung nennen, warum die schimpfen? Können Wiener sich keine Generalvorzeichen merken?
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Beitrag von Peter S. »

Klar könnten sie das. Aber sie sind die transponierenden Stimmen gewöhnt, viele spielen auch noch Naturhorn - sie können das einfach und finden es natürlicher. Das ist jetzt meine Interpretation, ich selbst bin Oboist...
Ich habe jedenfalls schon mehrmals nachgefragt, ob ich bei den Noten, die ich schreibe, lieber F-Stimmen machen soll, das wurde bis jetzt noch jedesmal verneint.

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Thomas Hauber
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Re: Blech-Versetzungszeichen

Beitrag von Thomas Hauber »

Peter S. hat geschrieben:Hier in Wien wird von meinen Kollegen auf die amerikanische Art der Hornstimmen (F-Stimmen mit Generalvorzeichnung) nur geschimpft.
Ja in WIEN!!!! Jetzt muss ich ja fast schmunzeln. :lol:
Aber überall auf der restlichen Erdkugel ist das anders! In Wien wird schließlich Wiener-Horn gespielt, die Trompeten spielen ausschließlich mit Drehventilen, die "Wiener Pauke" ist sowieso obligatorisch und die kleine Trommel wurde bis vor kurzem auch noch auf dem Holzstuhl als Ersatz eines Trommelständers gespielt. Ich habe Hochachtung vor den Wiener Philharmonikern, nicht zu unrecht werden sie als DAS, jedoch zumindest als eines der besten Orchester der Welt genannt. Aber Tradition hin oder her: Die Entwicklung sollte auch in Wien nicht haltmachen. Und dazu gehört auch die Notation. Ich verlange ja nicht, dass R.-Strauß-Opern mit Generalvorzeichen notiert werden, aber zeitgenössische Musik doch schon!
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Peter S.
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Beitrag von Peter S. »

Lieber Thomas Hauber!

Ich weiß schon, dass die Deutschen auf die Ösis herabschauen, aber es sind nicht alle Traditionen schlecht. Klanglich ist mir das Wiener Horn am A... lieber als das "normale" am Ohr. Und wahrscheinlich sind es gerade die traditionellen Instumente und Eigenheiten, die die halbe Welt nach Wien in den Musikverein reisen lässt.
Also zeitgenössische Musik kann ja von mir aus mit Generalvorzeichen notiert werden. Aber wenn es Ausgaben von klassischen Symphonien gibt, die in D-dur stehen, und dann gibt es F-Stimmen mit Generalvorzeichen, dann schütteln wahrscheinlich auch die deutschen Hornisten den Kopf.

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